Lohnzahlungspflicht

Kapovaz

Der Lohn sollte sich hier zusammensetzen aus

  • dem Grundlohn bzw. Stundlohn und
  • einer Rufbereitschaftsentschädigung, separat ausgewiesen und abgerechnet.

Pikettdienst

Es ist die gewöhnliche Entschädigung wie bei der Erbringung der Hauptleistung geschuldet.

Bereitschaftsdienst

  • im Betrieb:
    • Entschädigungspflicht (BGE 124 III 249)
  • privat (pager-/Mobile-Abruf):
    • separate Entschädigung:
    • zu einem geringeren Stundenansatz zulässig
    • im Lohn für die Hauptleistung enthaltene Entschädigung:
    • Eine einzelvertragliche oder GAV-mässige Integration ist denkbar

Tipps für Arbeitgeber

Abgeltung der Bereitschaftszeit:

  • Es empfiehlt sich, den Anteil am Lohn, der zur Abgeltung
    • der Rufbereitschaft (Kapovaz) bzw.
    • des Bereitschaftsdienstes
  • gedacht ist, in Prozenten und Franken separat auszuweisen; vgl. hiezu Navigationspunkt „Ferienanspruch“, Tipp für Arbeitgeber.

Höhe der Abgeltung:

  • 25 % (Bsp.: 25 % der Lohndifferenz (Durchschnittslohn 1997 minus Durchschnittslohn 1998) gemäss Arbeitsgericht Interlaken-Oberhasli i.S. Verkäuferin NN vs. Denner AG)

Überstunden bei stunden-entlöhnten Mitarbeitern:

  • Vereinbaren Sie als Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer schriftlich, dass bei einem Mehreinsatz der Zuschlag von 25 % ausgeschlossen ist.

Überstunden bei fix-bzw. monatslohn-entlöhnten Mitarbeitern:

  • Vereinbaren Sie als Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer schriftlich, dass die Entschädigung für eine eventuelle zeitliche Mehrleistung im vereinbarten Lohn enthalten ist (Umstände genau prüfen).

Auswahlliste für Abruf-Mitarbeiter

Andere Abrede vorbehalten, ist für eine blosse Listenvormerkung ohne Erreichbarkeitspflicht keine Entschädigung geschuldet.

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